Türkisch  Angora

 

Seidige Anmut aus orientalischen Gärten

 

Sie ist eine der ältesten Katzenrassen der Welt und doch erst seit wenigen Jahren wieder in Europa.

Als "Schneeweißchen" wurde die Angora bekannt, ein orientalisches Seelchen im duftigen Kleid. Sie war einst so edel und wertvoll, dass nur Adlige sich diesen Luxus leisten konnten

Die zierliche Orientalin ist schon rein äußerlich etwas besonderes, gleicht sie doch weder den stämmigen Persern noch den bekannten Halblanghaarrassen.

Bereits Mohamed der heilige Prophet liebte und schätzte diese wundervolle Katze. Durch sein Vorbild wurde sie zur türkischen Nationalkatze ernannt.

Dass die Rasse der Türkisch Angora überlebt hat, verdankt sie zum Teil auch dem Aberglauben, dass es unter den Weißen Wunschkatzen gibt.

Wer ihnen seine Wünsche ins Ohr flüstert und ihr einen Leckerbissen zusteckt, dessen Wünsche gehen in Erfüllung, wenn sie die Nascherei annimmt.

Der verstorbene Landesvater Kemal Atatürk, der 1923 die erste türkische Republik ausrief, soll, so heißt es, in Gestalt einer weißen Katze mit je einem blauen und einem orangefarbenen Auge wiedergeboren werden.

Der Einfluss orientalischen Blutes zeigt sich im Wesen: Die Türkin plappert, zwar längst nicht so laut und durchdringend wie die Siamesin, doch unbeirrt und zielgerichtet auf ihren Menschen ein. Sie will beachtet werden, braucht die verbale Ansprache genauso sehr wie ihre Streicheleinheiten und hasst das Alleinsein. Fast immer hat sie eine Bezugsperson, der sie möglichst nicht von der Seite weicht. Bei diesem Menschen taut sie dann so richtig auf, legt das sensible Seelchen bloß, schnurrt, gurrt und blinzelt. In großen Familien verteilt die Katze ihre Gunst zu gleichen Teilen, ihre Liebe behält sie nur einer Person vor.

Doch wer „nur“ in den Genuss ihrer Freundschaft kommt, wird zufrieden gestellt.

Die anmutige Elfe kann ungeheueren Charme entwickeln, wenn sie sich ernst genommen fühlt. Sie wälzt sich hingebungsvoll auf dem Schoß, schließt die Augen und schnurrt laut und singt.

Wie kontaktfreudig die Türkisch Angora eigentlich ist, zeigt sich auch bei der Begegnung mit anderen Katzen oder Tieren. Zwei Angoras vertragen sich fast immer auf Anhieb, auch mit anderen Katzenrassen gibt es kaum Probleme. Viele schließen sich den Haushunden an, gleichgültig ob er ein Riese oder ein Zwerg ist.

Jeder der sich mit dem Gedanken trägt, einer Türkisch Angora einen neuen Schmuseplatz zu geben, sollte beachten, dass sie keine Katze ist, die man mal eben so „nebenher“ halten kann. Sie ist eine echte Begleiterin, die das ganze Leben mit ihnen teilen möchte. Zwischendurch möchte sie auch immer wieder im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Dafür schenkt sie ihnen ein ganzes Leben lang Wärme, Liebe und ihre uneingeschränkte Zuneigung.

 

 

Rassestandart

 

Seidenweiches schimmerndes Fell hüllt einen schlanken, geschmeidigen Körper ein, der von langen Beinen getragen wird.

Das Gesicht ist weder flach noch spitz, die leicht schrägen mandelförmigen Augen verleihen ihm einen exotischen Anstrich. Der meist hochgetragene, füllige Schwanz unterstreicht den verspielt-aufgeweckten Charakter, wenn sie die Türkin in eleganten, anmutigen Bewegungen zur Schau stellt.

 

Gesamteindruck: kräftig, macht mit ihren Bewegungen einen anmutigen Eindruck

 

Kopf: klein bis mittelgroß, keilförmig, breit an der Oberseite des Kopfes, leicht spitz zulaufend am Kinn, bei erwachsenen Katern sind Wangen toleriert

 

Ohren: breit am Ansatz, lang, spitz mit Büscheln und gut behaart, hochgesetzt am Kopf und aufrecht

 

Augen: groß, mandelförmig, leicht schräg nach oben gerichtet; Alle Farben sind erlaubt.

 

Nase: mittellang, konkav geneigt, ohne Stopp oder `Break`

 

Nacken: mittellang, schlank und anmutig

 

Kinn: leicht gerundet; Die Kinnspitze bildet mit der Nase eine Senkrechte Linie.

 

Kiefer: spitz zulaufend

 

Körper: bei weiblichen Tieren mittelgroß und etwas größer beiden männlichen, Rumpf schlank, anmutig und geschmeidig, Brustkorb nicht stark ausgeprägt, Rumpf hinten etwas höher als vorn, feiner Knochenbau.

 

Beine : lang, Hinterbeine länger als Vorderbeine

 

Pfoten: klein, rund und zierlich, Büschel zwischen den Zehen

 

Schwanz: lang und spitz zulaufend, breit am Ansatz, schmal am Ende, gut behaart; Er wird niedriger als der Körper getragen, aber nicht schleppend. Bei Bewegungen wird der Schwanz waagerecht über dem Kopf getragen, manchmal berührt er fast den Kopf.

 

Fell: Das Fell am Körper ist mittellang, an der Krause lang. Der Schwanz ist füllig und buschig. Das Fell ist seidig und fließend. Am Bauch ist es leicht wellig. Die Haare sind sehr fein und haben einen seidigen Glanz. (Keine Unterwolle) Der Kragen ist im ersten Jahr noch nicht fertig. Das Fell ist im Sommer deutlich kürzer als im Winter.